17.August 2020

Armutszeugnis für die Städtische Wohnungsbau

Laut Geschäftsbericht von 2019 hat die Städtische Wohnungsbau wie schon im Jahr 2018 auch im letzten Jahr einen Jahresüberschuss von rund drei Millionen Euro erwirtschaftet. Dies zeige, so die Geschäftsführerin Frau Leuner-Haverich im Göttinger Tageblatt vom 11. August 20, dass „wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung keine Gegensätze“ sein müssten. Die Göttinger-Linke/ALG-Ratsgruppe kann sich dieser Sichtweise auf keinen Fall anschließen.

Das von der Stadt Göttingen in Auftrag gegebene GEWOS-Gutachten mahnte im Jahr 2019 die Notwendigkeit an, dass 3.900 bezahlbare Wohnungen bis zum Jahr 2030 zusätzlich geschaffen werden müssten. Aus dem Geschäftsbericht der Städtischen Wohnungsbau erfährt man, dass sie im Jahr 2019 achtzehn Wohnungen im bezahlbaren Segment gebaut hat. Das heißt, dass sie im Rahmen ihrer „sozialen Verantwortung“ innerhalb eines Jahres einen Anteil von 0,5 % zu der notwendigen Herausforderung beigetragen hat.

Rolf Ralle, Gruppenvorsitzender der GöLinke/ALG-Ratsgruppe nimmt zu dem Sachstand Stellung: „Aufgabe der Städtischen Wohnungsbau ist, bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Als wir im Rat im Juli beantragten, dass sie zu diesem Zweck sich dazu bekennen sollte, statt nur 30 Prozent 50 Prozent ihrer neugebauten Wohnungen als geförderte Wohnungen zu bauen, argumentierte die Geschäftsführung, dass sie dies wirtschaftlich nicht stemmen könne. Und nun, nur Wochen später, erfahren wir, dass unsere Wohnungsbau-Gesellschaft Überschüsse in Millionenhöhe erwirtschaftet. Hier werden unserer Meinung nach die falschen Prioritäten gesetzt.“

 

 

 

 

 

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